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Mein/e Arbeitgeber/in möchte, dass ich meinen Abschluss anerkennen lasse. Ist eine Anerkennung für mich sinnvoll, obwohl ich einen Arbeitsplatz habe?

Auch wenn Sie derzeit über einen Arbeitsplatz verfügen, kann eine Anerkennung zukünftig nützlich für Sie sein. Wenn Ihr/e Arbeitgeber/in Sie auffordert, eine Anerkennung zu beantragen, steht dahinter vielleicht der Wunsch Sie zu fördern, weil er/si mit Ihrer Arbeit zufrieden ist. Wenn Sie z.B. im Handwerksbereich eine Anerkennung vorweisen können, haben Sie zukünftig u.a. die Möglichkeit zu Fortbildungen zugelassen zu werden. Vielleicht würde Ihr/e Arbeitgeber/in sogar Ihre Kompetenzen schriftlich beschreiben, so dass die Anerkennungsstelle über Informationen verfügt, die eine Bewertung erleichtern. Auch im Gesundheitsbereich kann eine Anerkennung vorteilhaft sein, da z.B. Pflegeheime einen bestimmten Anteil an anerkannten Fachkräften nachweisen müssen.

Grundsätzlich können Briefe von potentiellen Arbeitgeber/innen hilfreich für einen Anerkennungsantrag sein, z. B. für Ärzt/innen, die eine Stellenzusage einer Klinik vorweisen müssen, um eine Berufserlaubnis zu erhalten. Auch ein Anerkennungsantrag für Lehrer/innen wird nachhaltig befördert, wenn ein/e Schulleiter/in Sie dabei unterstützt.

Wo finde ich Informationen darüber, mit welchem deutschen Beruf mein ausländischer Abschluss vergleichbar ist?

Beschreibungen von Berufsbildern und Berufsbezeichnungen in Deutschland stellt das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) zur Verfügung. Ausführliche Darstellungen zu den jeweiligen Fachkompetenzen bietet auch die Arbeitsagentur-Seite Berufenet.
Wenn Sie mehrere passende Berufsbilder finden, sollten Sie dies bei der Antragstellung ansprechen und mit dem/der Mitarbeiter/in der Anerkennungsstelle besprechen, welches am besten passt.

Wird mein ausländischer Abschluss in Deutschland anerkannt, wenn ich einen Antrag stelle?

Das kann man vorher kaum einschätzen. Eine schriftliche Antragstellung ist in jedem Fall sinnvoll, auch wenn Ihnen gesagt wurde, dass die Anerkennung schwierig zu erreichen ist. Nur die zuständige Stelle kann für Ihren speziellen Einzelfall bewerten, ob Sie eine gleichwertige Ausbildung haben. Im Fall einer Teilanerkennung wird Ihnen die Stelle vielleicht mitteilen, welche Weiterbildung Sie absolvieren können, so dass Sie die Möglichkeit haben, weitere Schritte zu planen, z.B. mit Ihrem Arbeitsvermittler.

Werden die im Ausland angefertigten Übersetzungen meiner Zeugnisse ins Deutsche von der Anerkennungsstelle akzeptiert?

Normalerweise werden Übersetzungen von amtlich beeidigten Übersetzer/innen gefordert; Sie finden diese auf der Startseite der Bundesländer im Menü Zuständige Stellen. Allerdings müssen Übersetzungen aus dem Ausland manchmal nicht neu gefertigt werden, sondern sie können auch nur bestätigt werden, was Kosten spart.
Originalzeugnisse in Englisch oder Fanzösisch werden von einigen Stellen ohne Übersetzung akzeptiert. EU-rechtlich privilegierte Antragsteller/innen haben das REcht, Übersetzungen aus dem Herkunftsland zu nutzen.

Kann ich eine Anerkennung auch in einem verwandten Beruf beantragen?

Das ist nur in Ausnahmefällen vorgesehen, z.B. können Ärzt/innen keine Anerkennung als Krankenpfleger/innen beantragen. In einigen Bundesländern ist es möglich, als Lehrer/in eine Anerkennung für Erzieher/innen zu beantragen. Dies ist teilweise auf den Antragsformularen vermerkt. Entsprechende Berufserfahrungen sind dabei generell hilfreich. Falls Sie keine Informationen dazu finden, können Sie bei der zuständigen Anerkennungsstelle nach einer entsprechenden Praxis fragen.

Kann ich bereits vor der Einreise nach Deutschland den Antrag auf Anerkennung meiner beruflichen Qualifikation vorbereiten?

Auf jeden Fall sollten Sie Ihre Dokumente, die für den Antrag notwendig sind, zusammenstellen. Dies betrifft nicht nur Ihre Ausbildungs- oder Studienzeugnisse, sondern auch Unterlagen zur Mitgliedschaft in Berufsverbänden (z.B. bei Ärzt/innen) oder Arbeitszeugnisse bzw. Empfehlungsschreiben von Ihren bisherigen Arbeitgeber/innen. In Deutschland ist es üblich, dass Arbeitgeber/innen sogenannte Arbeitszeugnisse zur individuellen Berufspraxis im Unternehmen ausstellen. Darin sind die Aufgaben und das Arbeitsfeld beschrieben sowie die Dauer der Beschäftigung, absolvierte Weiterbildungen, Führungsverantwortung, Kundenbetreuung etc. Derartige Nachweise werden bei Bewerbungen in Deutschland erwartet. Sie sollten daher Ihre bisherigen Arbeitgeber/innen bitten, Ihnen entsprechende Beschreibungen Ihrer Berufstätigkeit auszustellen, auch wenn dies in Ihrem Herkunftsland unüblich ist.

 

Wird meine Berufserfahrung im Anerkennungsverfahren berücksichtigt?

Dies hängt bei der derzeitigen Rechtslage vom Beruf ab. Ab April 2012 spielen Berufserfahrungen eine größere Rolle, allerdings nur in den Berufen, die durch das nationale Anerkennungsgesetz erfasst sind. Schon lange bewerten viele Anerkennungsstellen, v.a. Kammern Berufserfahrung positiv. Es ist daher auf jeden Fall empfehlenswert, Ihre Berufstätigkeit und besondere Fachkompetenzen im Antrag darzulegen und möglichst zu dokumentieren, z.B. durch Arbeitszeugnisse. In manchen Berufsfeldern können auch Arbeitsproben eingereicht werden, wie Baupläne bei Architekt/innen.

Wie kann ich als Arbeitgeber/in meine/n Angestellte/n bei der Anerkennung eines ausländischen Abschlusses unterstützen?

Viele Migrant/innen bauen im Rahmen ihrer Berufstätigkeit in Deutschland ihre Fachkompetenzen aus. Sogar wenn ein Anerkennungsverfahren bereits abgeschlossen wurde, nehmen Anerkennungsstellen eine neue Bewertung vor, wenn zusätzliche Weiterbildungszertifikate oder Arbeitszeugnisse bzw. Empfehlungsschreiben von deutschen Arbeitgeber/innen vorgelegt werden. Wenn Sie selbst mit Ihrem Unternehmen Mitglied einer Kammerorganisation sind, können Sie sich auch direkt an die zuständigen Personen für Anerkennungsverfahren in Ihrer Kammer wenden.

Ich habe nur eine Teilanerkennung erhalten und müsste für eine volle Anerkennung an einer Anpassungsmaßnahme teilnehmen. Kann ich dafür finanzielle Unterstützung erhalten, auch wenn ich kein Arbeitslosengeld beziehe?

In den Bundesländern gibt es dazu neue Überlegungen, z.B. hat Hamburg ein Stipendienprogramm für die Teilnahme an Anpassungsmaßnahmen eingerichtet. Ansonsten können Sie sich in jedem Fall bei der Arbeitsagentur arbeitsuchend melden und eine finanzielle Unterstützung beantragen, da eine zukünftige Anerkennung Ihres Abschlusses Ihre Arbeitsmarktchancen verbessert. Es liegt im Ermessen der Arbeitsagentur, ob im Einzelfall eine Kostenübernahme oder ein Darlehen gewährt wird.

Ich habe einen negativen Anerkennungsbescheid bekommen bzw. ich wurde unter meiner eigentlichen Qualifikation eingestuft. Kann ich dagegen Einspruch einlegen?

In gesetzlich geregelten Verfahren haben Sie generell das Recht, Widerspruch (in manchen Berufen bzw. Bundesländern allerdings nur eine Klage) einzureichen. Bescheide von Anerkennungsstellen müssen eine sogenannte „Rechtsbehelfsbelehrung“ enthalten, in denen die jeweiligen Möglichkeiten und die zeitliche Frist dafür beschrieben werden. Diese Frist müssen Sie einhalten.

 

Brauche ich ein bestimmtes Deutschniveau für die Anerkennung?

Das hängt vom Beruf ab. In der Regel ist die Bewertung der Deutschkenntnisse nicht Teil des Anerkennungsverfahrens, aber es werden vielfach bestimmte Sprachkurszertifikate gefordert, z.B. in medizinischen Berufen B1 oder B2, bei Lehrer/innen C1 oder C2. Sie sollten daher auf jeden Fall versuchen, nach dem Integrationskurs aufbauende Deutschkurse zu absolvieren. Am sinnvollsten sind berufsbezogene Deutschkurse, die es allerdings für viele Berufe nicht überall gibt. Sprechen Sie mit Ihrem/r Arbeitsvermittler/in oder Migrationsberater/in über Angebote vor Ort. Falls Sie mobil sind, bieten sich für Akademiker/innen die Angebote der OBS an.

 

Ich habe mich arbeitsuchend gemeldet und mein/e Arbeitsvermittler/in verlangt eine Anerkennung von mir. Kann ich mich auch ohne Anerkennung bewerben?

Die Mehrheit der Berufe in Deutschland ist nicht reglementiert, so dass Sie sich in diesen Bereichen auch ohne Anerkennung bewerben können, indem Sie Übersetzungen Ihrer ausländischen Zeugnisse und anderer Nachweise verwenden. Für Arbeitsvermittler/innen sind die komplizierten rechtlichen Regelungen der Anerkennung oft schwer durchschaubar. Sie können also auf jeden Fall darauf hinweisen, dass Sie mit einem nicht-reglementierten Beruf keine Anerkennung brauchen, um berufstätig zu werden.